Hammertacker 2017-06-26T15:52:27+00:00

Hammertacker

mechanisches Werkzeug für vielseitige Befestigungszwecke

Hammertacker brauchen keinen Strom und schaffen leichte bis solide Verbindungen in unterschiedlich dicke und harte Untergründe. Vor allem arbeiten sie selbst unter beengten oder ungünstigen Einsatzbedingungen zuverlässig. Die Auswahl des optimalen Modells hängt davon ab, welche Verbindung in welche Werkstoffe geschaffen werden soll.

Hammertacker Folie

Aufbau und Funktionsweise eines Hammertackers

Hammertacker sind ein mechanisches Werkzeug zum Einschlagen von Tackerklammern in leichte Materialien. Sie bestehen aus einem Handgriff zum Schlagen und einem vorderen Teil mit einem Klammermagazin. Als Material für die Werkzeugkomponenten setzen die Hersteller fast ausschließlich gehärteten Edelstahl ein. Dadurch sind Hammertacker sehr langlebig, selbst bei täglichem Dauergebrauch. Der Kopf des Hammertackers löst durch Erschütterung von hinten das Eintreiben einer Klammer in den angeschlagenen Untergrund aus. Dazu führt der Anwender hinten einen kräftigen Schlag mit der Hand aus. Bauform und Eigengewicht der Werkzeuge gewährleisten eine optimale Kraftübertragung nach vorn. Je nach Bauart reicht schon ein leichter Schlag für die gewünschte, provisorische Verbindung aus. Bei Bedarf führt ein starker Schlag zu einem tieferen Eindringen der Tackerklammern in die Verbindung. Durch diese Art des Auslösens ist gleichzeitig eine hohe Arbeitssicherheit gewährleistet. Allerdings eignet sich nicht jeder Hammertacker für jede Verwendung. Leichte Varianten sind perfekt für Polster- und Bastelarbeiten, schwere Werkzeugtypen gut im Trockenbau sowie beim Renovieren, Sanieren und Umbauen.

  • Auslösemechanismus: Gute Hammertacker lösen auch in ungünstigen Arbeitspositionen zuverlässig aus. Das ermöglicht Tackerarbeiten auch über Kopf oder in schräger Schlagposition.

  • Gewicht: Das Eigengewicht guter Hammertacker verringert den nötigen Kraftaufwand pro Schlag. Dies ist vor allem bei stundenlangem Einsatz ein Vorteil.

  • Zuverlässigkeit: Die Fehlerquote guter Hammertacker beträgt höchstens drei von 1.000 Schlägen. Damit sind zügige Arbeitsfortschritte auch bei größeren Projekten möglich.

  • Sicherheit: Gegen versehentliches Auslösen sind gute Hammertacker durch Sicherheitsmechanismen geschützt. Dies ist wichtig für maximale Sicherheit, auch bei Transporten des Werkzeugs.

  • Magazin: Das Nachfüllen des Klammermagazins ist bei guten Hammertackern simpel und sicher gelöst. Direkt am Einsatzort werden die Klammern sekundenschnell nachgelegt.

  • Handhabung: Die besten Hammertacker besitzen eine anwenderfreundliche Griffergonomie. So bleibt die Kraft des Heim- oder Handwerkers auch nach hunderten Schlägen erhalten.

Vier Einsatzbereiche für Hammertacker

Hammertacker für leichten Einsatz

Die leichtesten Hammertacker sind bei Heimwerkern zum Polstern beliebt. Sie eignen sich zum Befestigen von Folien und Planen, Bitumenschindeln, Dachpappe oder ähnlich dünnen und weichen Materialien auf Holz und bedingt Kunststoff. Speziell für Polsterverbindungen kann ein tieferer Halt mit längeren Tackerklammern erzielt werden. Diese sind gleichzeitig dünn genug, um bei Sitzbelastung keine Risse im Gewebe oder Leder zu verursachen.
Die entstehende Verbindung dringt tief genug in das Holz ein, um im Bedarfsfall langfristig gut zu halten. Gleichzeitig lassen sich Tackerverbindungen dieser Art auch wieder lösen. Dies wird beispielsweise genutzt, um Folienbahnen unter Leisten als Bodenschutz aufzubringen und nach Ende der Renovierungsarbeiten wieder restlos zu entfernen.

Hammertacker für Renovierungszwecke

Beim Kauf eines Hammertackers sollte das Werkzeuggewicht durchaus beachtet werden. Denn je schwerer das Gesamtmaterial auf die Werkzeuglänge ist, desto kräftiger wird der Schlag der Hand ohne zusätzlichen Kraftaufwand auf die Verbindungsstelle übertragen. Im Trockenbau können so leichte Dämmmaterialien mit den Sparren und Balken verbunden werden. Bei Renovierungsarbeiten nutzen Heimwerker oft zweierlei Hammertacker: Die leichten (siehe oben) für vorläufige Befestigungen, die mittelschweren für dauerhafte Verbindungen, auch in härteres Holz oder zwischen dickeren Materialien. Die Griffergonomie ist bei mittelschweren Hammertackern wichtig. Denn bei Renovierungsarbeiten müssen oft pro Raum sehr viele Schläge hintereinander geführt werden. Mit leichten Modellen wäre der Verbindungserfolg nicht ausreichend, mit schweren Varianten eventuell zu tief für die verbundenen Materialien.

Hammertacker bei schweren Projekten mit Holz

Hartholz, Kunststoffe, schwere Stoffgewebe, Leder und andere wuchtige Projekte brauchen für die maximale Haltbarkeit einer Tackerverbindung Hammertacker mit gummierten und längeren Griffen sowie breitem Klammermagazin und robustem Hammerkopf. Hier soll die Klammerverbindung nicht provisorisch sein, sondern zweierlei Holzwerkstücke, beispielsweise Bretter und Leisten oder Bohlen und Leisten, fest miteinander verbinden. Bei einem solchen Projekt soll mindestens der verbundene Untergrund durch Tritte, Griffe und andere mechanische Belastungen wie gewohnt benutzt werden. Gleichzeitig soll die geschaffene Verbindung sich nicht lockern und lösen und keine Risse verursachen. Daher haben Hammertacker für schwere Projekte oft eine größere Kopfbreite, um lange Tackerklammern im Klammermagazin aufzunehmen und diese in voller Länge in das Holz zu treiben.

Hammertacker im Handwerk

Handwerker führen eher mittelschwere Hammertacker im Werkzeugkoffer. Ihre Modelle sind nicht besonders lang, weil sie oft an schwer zugänglichen Einsatzbereichen verwendet werden. Aber alle Handwerkermodelle bestehen aus extra harten Materialien und haben besonders große Klammermagazine. Mit einem Magazininhalt kann unter den gewerblichen Bedingungen des Handwerks oft einen Arbeitstag lang bei ständigem Einsatz getackert werden. Das eher mittlere Gewicht solcher Profimodelle ist deshalb so gewählt, um den Kraftaufwand gering zu halten und so über Stunden hinweg ein ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Zum gleichen Zweck sind Hammertacker für den handwerklichen Einsatz stets gut gummiert und häufig noch mit Griffmulden versehen.

Hammertacker Folie

Klammerarten für verschiedene Anwendungen

Die Bezeichnungen der verschiedenen Klammerarten beschreiben für Profis gleichzeitig deren optimalen Einsatzzweck. Dies sind die gängigsten Klammersorten für leichte und kurze bis schwere und lange Hammertacker:

Feindrahtklammern

Grundsätzlich schlägt eine Tackerklammer im Hammertacker Materialien in Holz. Feindrahtklammern unterschiedlicher Größe arbeiten sich aber ebenso gut durch dünnes Blech oder feine Kunststoffplatten. Sie werden zum Polstern und Basteln verwendet und eignen sich auch, um optisch unauffällig dünne Leisten zu fixieren. Der Vorteil von Feindrahtklammern ist, dass sie sich sehr fein und tief durch die Materialien arbeiten. Der Nachteil ist die begrenzte Einsatzmöglichkeit bei Holz-Holz-Verbindungen, schwerem Leder und Kunstleder, Öl- und anderen robusten Papiersorten sowie den meisten Metallen.

Flachdrahtklammern

Die Form und Größe von Flachdrahtklammern ähnelt der einer Feindrahtklammer. Allerdings ist der verwendete Draht deutlich dicker. Dadurch sind Verbindungen auch zwischen dicken Materialien wie Teppich, Leder oder Bitumen auf Holz möglich. Kleintierhalter arbeiten mit dem Hammertacker sehr häufig, um beispielsweise Gehege und Stallungen im Außenbereich wasserdicht abzudecken oder Seitenteile auszutauschen. Ihre Robustheit und doch geringe Größe macht Flachdrahtklammern besonders vielseitig. Bei Rundhölzern, dicken Leisten oder Hartholz, Kunststoffplatten und dicken Metallblechen kommen sie allerdings an ihre Grenzen.

Schmalrückenklammern und Rundklammern

Schmalrückenklammern haben die Drahtstärke einer Flach- oder Feindrahtklammer, aber einen deutlich schmaleren Rücken. Ziel der Anwendung ist es, eine Verbindung zwischen Holz auf Holz oder ähnlich robusten Materialien auf Holz zu schaffen. Gleichzeitig soll die Tackerverbindung möglichst unsichtbar bleiben. Gerne verwenden Innenarchitekten und Heimwerker Schmalrückenklammern, wenn Zierleisten angebracht werden sollen oder eine Vertäfelung entsteht. Speziell für Sockelleisten und ähnliche Leistenvarianten mit gewölbter Oberfläche kommen Rundklammern zum Einsatz. Sie haben statt des gewohnt eckigen Aufbaus eine Rundung, die sich beim Schlag mit dem Hammertacker lückenlos auf das Material schmiegt.

So wird der Hammertacker nachgeladen

Das Funktionsprinzip des Hammertackers ist für einfache und sichere Anwendung konzipiert. Ebenso einfach und sicher lässt sich jeder Gerätetyp nachladen:

1. Zunächst muss geklärt sein, welche Klammergrößen und -sorten für den jeweiligen Hammertacker laut Hersteller und Anbieter geeignet sind. Zu finden sind diese nötigen Angaben in der Artikelbeschreibung online oder in der mitgelieferten Bedienungsanleitung.

2. Hammertacker haben fast immer einen Knopf im oberen Drittel des Schlagkopfes. Durch Drücken auf diesen Knopf löst sich die Verbindung zwischen Tackerrücken und Klammermagazin. Bei einigen Modellen befindet sich der Knopf an der Übergangsstelle zwischen Griff und Kopf.

3. Auf die Schiene des Klammermagazins wird nun die Nachfüllstange von Tackerklammern aufgeschoben oder je nach Modell aufgesteckt. Passend aufgefüllt ist das Magazin, wenn sich die Klammern gewaltfrei, aber straff sitzend aufschieben lassen.

4. Nun muss kurz kontrolliert werden, ob alle Klammern in Reih und Glied gerade auf der Magazinschiene sitzen. Hervorstehende oder schiefe Tackerklammern müssen gegebenenfalls entfernt werden. Durch leichtes Rütteln oben lässt sich ebenfalls feststellen, ob ein fester Sitz und somit ein einwandfreies Nachschieben gewährleistet ist.

5. Nun kann der Kopf des Hammertackers wieder auf das Magazin gedrückt werden. Bei einigen Modellen genügt es dazu, Kopf und Magazin übereinander zu klappen und unter Druck das Einrasten festzustellen. Bei manchen Varianten muss auch für das Schließen der Knopf oben oder hinten wieder gedrückt werden.

6. Einige Probeschläge auf Abfallstücke des geplanten Einsatzes zeigen, ob der Hammertacker nach dem Befüllen wieder einwandfrei funktioniert. Sobald die erste Klammer eingetrieben ist, kann die Tackerarbeit wie gewohnt fortgesetzt werden. Falls keine Klammer beim Schlag austritt, müssen Schritt Eins bis Fünf wiederholt werden.

Vier Anwendungsschritte für die richtige Nutzung des Hammertackers

Schritt 1

Der Hammertacker muss passend für seine geplante Anwendung ausgewählt werden. Steht nur ein Modell zur Verfügung, sollte an unauffälliger Stelle oder an ohnehin aussortierten Reststücken durch Probeschläge das Eintreiben der Tackerklammern geübt werden. Handwerker haben meist von jeder Tackersorte ein Stück im Werkzeugkasten. Heimwerker können im ersten Anwendungsschritt herausfinden, ob das vorhandene Modell die Anforderungen erfüllt. Als Anwendungsprinzip kann etwa so ausgewählt werden:

  • Leichter Hammertacker = optimal zum Basteln, für leichte Polsterarbeiten oder das Fixieren von Abdeckungen (Folie, Plane, Stoffbahn) beim Renovieren

  • Mittelschwerer Hammertacker = optimal für Polsterarbeiten (dickes Leder auf Holz), Fixieren von mittelfesten Teppichböden und dünnen Leisten

  • Schwerer Hammertacker = optimal für Trockenbau, Zierleisten, Holz auf Holz, Holz auf Kunststoff und bedingt Holz oder Kunststoff auf Metall (Bleche)

Schritt 2

Die geschaffene Verbindung mit dem Hammertacker ist eher provisorisch, bei den schweren Profimodellen dauerhaft. Aber es sind viele Klammern in kleinem Abstand nötig, um die gewünschte Verbindung lückenlos zu schaffen. Deshalb muss für den geplanten Einsatzzweck genügend Vorrat an Tackerklammern gekauft werden. Hilfreich sind dafür die Angaben der Hersteller und die Bedienungsanleitung mit Sicherheitshinweisen beim angeschafften Modell. Schritt Zwei endet mit dem Befüllen des Klammermagazins und dem Test, ob der Hammertacker nun einwandfrei arbeitet.

Schritt 3

Tackerklammern sind deshalb so beliebt für Deko- und Befestigungszwecke, weil sie zwar sicher halten, aber leicht wieder entfernt werden können. Empfehlenswert ist eine Probe am Einsatzort oder Teststücken, wie leicht und mit welchen Hilfswerkzeugen sich die Klammern am leichtesten lösen lassen. Dabei sollen Beschädigungen am Stoff oder Holz vermieden werden. Für das Entfernen eignen sich bei:

  • Feindrahtklammern: Messer oder Zange

  • Flachdrahtklammern: Zange oder Klammernheber

  • Schmalrücken- und Rundklammern: Klammernheber

Eine sinnvolle Übungstaktik ist es, alle drei geeigneten Hilfswerkzeuge direkt in der Praxis auszuprobieren. Denn das Ergebnis beim Entfernen der Klammern hängt auch vom richtigen Umgang mit den Werkzeugen ab und gelingt nach wenigen Versuchen mühelos.

Schritt 4

Auch ein Hammertacker kann Fehlfunktionen haben. Die ausgetriebene Klammer treibt beispielsweise bei zu hartem Untergrund frei davon. Schutzbrillen gehören deshalb zur nötigen Ausrüstung vor jedem Einsatz mit dem Hammertacker. Der geringe Rückstoß und eventuelle Vibrationen sind bei Markenmodellen gering. Dennoch unterstützen Arbeitshandschuhe ein ermüdungsarmes Arbeiten. Schritt Sechs kann bereits in Schritt Eins durch die Kaufentscheidung für ein gummiertes Modell ersetzt werden. Aber auch ein leichtes Modell ohne gummierten Griff lässt sich mühelos benutzen, sofern Arbeitshandschuhe und Schutzbrille als Sicherheitsausrüstung vor jedem Einsatz bereitstehen.

Fazit

Hammertacker gibt es in drei unterschiedlichen Leistungsgrößen. Für optimalen Arbeitserfolg zählen Kriterien wie Gewicht, Magazingröße und Komfortausstattung. Dennoch muss auch bei diesem manuellen Werkzeug auf Sicherheit geachtet werden. Viele Marktführer unterstützen die Einsatzsicherheit, indem sie ihre Modelle von vornherein besonders anwenderfreundlich konzipieren.